MGO-Wert bei Manuka-Honig: Was die Zahl wirklich bedeutet
MGO 100, MGO 400, MGO 800 — die Zahl auf dem Etikett ist die wichtigste Kaufentscheidung bei Manuka-Honig. Hier erfährst du, was sie misst, wie sie sich zum UMF-Siegel verhält und welche Stufe für welchen Zweck sinnvoll ist.
Was bedeutet MGO?
MGO steht für Methylglyoxal, eine chemische Verbindung, die beim Reifen von Manuka-Honig aus dem Vorläuferstoff Dihydroxyaceton (DHA) im Nektar der Manuka-Blüte entsteht. Der Wert auf dem Etikett — etwa „MGO 400+" — gibt an, wie viele Milligramm Methylglyoxal pro Kilogramm Honig laborchemisch nachgewiesen wurden. Das „+" signalisiert, dass der tatsächlich gemessene Wert mindestens dieser Zahl entspricht. Je höher die Zahl, desto konzentrierter dieser für Manuka-Honig charakteristische Inhaltsstoff.
MGO vs. UMF — der Unterschied
Neben MGO begegnet dir häufig die Abkürzung UMF (Unique Manuka Factor). Beide Systeme messen nicht exakt dasselbe:
- MGO ist ein direkter, einzelner Laborwert für die Methylglyoxal-Konzentration.
- UMF ist ein Gütesiegel der neuseeländischen UMF Honey Association, das mehrere Marker gemeinsam bewertet (unter anderem Methylglyoxal, Leptosperin und DHA) und lizenzierten Herstellern die Nutzung des Siegels erlaubt.
Manche Hersteller zertifizieren nur nach MGO, manche nur nach UMF, manche nach beiden Systemen gleichzeitig. Keines der beiden Systeme ist grundsätzlich „besser" — wichtig ist, dass überhaupt eine unabhängige Prüfung mit nachvollziehbarer Chargennummer vorliegt. Mehr dazu im Ratgeber Echten Manuka-Honig erkennen.
Woher kommen die beiden Systeme?
Historisch geht die Erforschung der besonderen Eigenschaften von Manuka-Honig auf neuseeländische Honigforschung der 1980er- und 1990er-Jahre zurück, bei der man zunächst eine sogenannte „Non-Peroxide-Aktivität" (NPA) in bestimmten Manuka-Honig-Chargen feststellte — ein Laborwert, der unabhängig von dem sonst in fast jedem Honig vorkommenden Wasserstoffperoxid war. Später identifizierte man Methylglyoxal als den dafür maßgeblichen Inhaltsstoff, woraufhin sich das direktere und leichter kommunizierbare MGO-System etablierte. Das UMF-System entstand parallel als Markenzeichen eines neuseeländischen Herstellerverbands, um mehrere Qualitätsmerkmale unter einem einheitlichen, geschützten Label zu bündeln. Für dich als Käufer ist diese Geschichte vor allem deshalb relevant, weil sie erklärt, warum beide Bezeichnungen bis heute nebeneinander existieren, statt dass sich eine davon vollständig durchgesetzt hätte.
Umrechnungstabelle MGO ↔ UMF
Die folgende Tabelle zeigt die von der UMF Honey Association veröffentlichte ungefähre Entsprechung zwischen beiden Skalen. Sie dient nur zur groben Orientierung — die exakte Zuordnung kann je nach Testlabor und Charge leicht abweichen.
| UMF | MGO (ca.) | Einordnung |
|---|---|---|
| UMF 5+ | MGO ~83+ | Niedrige Stufe, mild |
| UMF 10+ | MGO ~263+ | Einsteiger- bis Alltagsstufe |
| UMF 15+ | MGO ~514+ | Hoch dosiert |
| UMF 16+ | MGO ~573+ | Hoch dosiert |
| UMF 20+ | MGO ~829+ | Sehr hoch dosiert |
| UMF 24+ | MGO ~1050+ | Maximalstufe |
Warum der MGO-Wert von Charge zu Charge schwankt
Anders als bei einem industriell standardisierten Produkt ist der MGO-Wert kein fixer Herstellungsparameter, sondern das Ergebnis eines natürlichen biochemischen Prozesses, der von mehreren Faktoren abhängt: der Reifezeit des Honigs im Bienenstock, der Konzentration von Dihydroxyaceton im ursprünglichen Nektar (die je nach Wetter, Standort und Erntejahr schwankt) und der Lagerdauer bis zur Abfüllung. Deshalb testen Hersteller jede Charge einzeln, statt sich auf einen für die gesamte Marke pauschal geltenden Wert zu verlassen — und deshalb kann ein und dieselbe Produktlinie von Jahr zu Jahr leicht unterschiedliche MGO-Werte auf dem Etikett tragen, auch wenn sie unter demselben Produktnamen verkauft wird.
Welche MGO-Stufe ist die richtige für mich?
Ein höherer Wert ist nicht automatisch die bessere Wahl — er sollte zum geplanten Verwendungszweck passen:
Für Butterbrot oder den gelegentlichen Löffel im lauwarmen Tee ist eine hoch dosierte Stufe wie MGO 800+ unnötig teuer eingesetzt — hier reicht eine niedrigere Stufe völlig aus. Den vollständigen Vergleich aller sechs Sorten findest du auf der Startseite.
Wie lange reicht ein Glas bei täglicher Anwendung?
Bei einer üblichen Dosierung von 1–2 Teelöffeln (etwa 10–20 g) täglich reicht ein kleineres 250-g-Glas rechnerisch für rund 12 bis 25 Tage durchgehende Anwendung, ein größeres 500-g-Glas entsprechend für 25 bis 50 Tage. Das ist eine hilfreiche Rechengröße, um den tatsächlichen Preis pro Anwendungswoche statt nur den Preis pro Glas zu vergleichen — gerade bei den unterschiedlichen Füllmengen unserer verglichenen Sorten lohnt sich dieser Blick, bevor du dich für eine Größe entscheidest.
Warum unabhängige Laborprüfung zählt
Worauf du achten solltest
Seriöse Hersteller lassen jede Erntecharge (Batch) unabhängig testen und drucken eine Chargennummer auf das Etikett, mit der sich das Prüfzertifikat online nachvollziehen lässt. Ein Etikett ohne Chargennummer oder mit vagen Angaben wie „Manuka-Blend" ohne konkreten MGO- oder UMF-Wert ist ein Warnsignal.
Häufige Fehler beim MGO-Vergleich
- 1MGO-Zahl mit dem Prozentanteil Manuka-Honig im Glas verwechseln — beides sind unterschiedliche Angaben
- 2Ausschließlich auf die höchste Zahl achten, statt auf den tatsächlichen Verwendungszweck
- 3Preis pro Glas vergleichen statt Preis pro Gramm bei unterschiedlichen Füllmengen
- 4Produkte ohne nachvollziehbare Chargennummer oder Laborzertifikat kaufen
MGO 400+ als ausgewogener Einstieg
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Onno Wilken
Redaktion & Betreiber, manuka-honig-info.de
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